Luxembourg, le 5/09/2010

Hoffnung in Haiti

January 28, 2010

Blog: Alice Smeets

Es ist fast Mitternacht am 18. Januar 2010. Ich sitze in einem Raum der Vereinten Nationen und versuche meine Bilder zu senden.
Das Internet ist sehr langsam, also werde ich wohl die ganze Nacht damit beschäftigt sein. Gestern abend bin ich mit einer amerikanischen Hilfsorganisation in Haiti eingeflogen. Ich konnte meinen Übersetzer Elie zum ersten Mal erreichen und habe erfahren, dass er und seine Familie wohl auf sind. Auch das Mädchen auf dem Unicef-Foto des Jahres, Landa, und ihre ganze Familie leben, wie Elie mir berichtete! Was für ein tolles Gefühl!

Heute habe ich dann um 6 Uhr morgens sofort angefangen zu fotografieren. Nicholas Weissman, ein Kameramann und Fotograf, der für ”Time online” arbeitet, und ich haben uns einen Fahrer gesucht und sind ins Zentrum gefahren. Der Gestank dort war schrecklich. Immer noch liegen viele
Leichen in den Straßen. Mir wird schlecht, wenn ich daran zurückdenke.

Als wir durch die Straßen fuhren, hatte ich wieder (wie auch alle Jahre vorher) dieses Gefühl in mir: “Das ist mein Haiti”, hier ist mein
zweites Zuhause. Ich liebe dieses Land. Und ich bin beeindruckt über die Stärke der meisten Menschen hier. Als ich durch eines der Krankenhäuser ging und die Verwundeten fragte, wie es ihnen geht, antworteten viele: “sehr gut”. Das soll ihnen mal jemand nachmachen.

Das Stadtzentrum ist verwüstet. So viele Gebäude sind eingestürzt. Und immer noch sieht man Hände und Füße die unter den Trümmern hervorschauen. Aber: Auch viele Orte blieben verschont. Heute morgen war ich in Croix de Boquet, dort stehen noch fast alle Häuser und das Leben geht weiter. Das Foto, das ich heute mitschicke, habe ich im Flüchtlingslager vor dem  Flughafen aufgenommen. Die Familien dort leben in Zelten oder schlafen auf dem Boden. Doch wie gesagt, das Leben geht weiter. Und es gibt sie immer noch, die glücklichen Momente, auch wenn sie von einem Hungergefühl unterbrochen werden.

Ich hoffe, dass Haiti bald genug Hilfe erreichen wird. Ich habe noch keine einzige Hilfsorganisation an der Arbeit gesehen! Ich hoffe das ändert sich bald.

Quelle: Kulturzeitblog